Unterwegs mit einem Säugling

 

Mit einem Säugling unterwegs zu sein ist immer eine organisatorische Herausforderung. Das gilt umso mehr, wenn man mit einem Säugling mit einer seltenen erblichen Stoffwechselstörung unterwegs ist. Damit Sie gut vorbereitet sind und nichts vergessen, haben wir Ihnen viele hilfreiche Tipps zusammengestellt.

Allgemeine Tipps und Tricks für Unterwegs

Eine gute Vorbereitung hilft

Der erste Ausflug mit einem Baby bedeutet Aufregung für Mutter und Kind. Es dauert eine gewisse Zeit und bedarf einiger Übung, bis sich eine gewisse Routine eingestellt hat. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn mal etwas nicht perfekt klappt und Sie trotz bester Vorbereitung doch einmal etwas vergessen haben sollten. Geraten Sie nicht in Panik, sondern versuchen Sie, einen kühlen Kopf zu bewahren, die Situation zu meistern und für künftige Situationen daraus zu lernen. Eine gute Planung im Vorfeld hilft dabei, auch auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können und den Ausflug für Mutter und Kind zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen. Im Folgenden haben wir Ihnen viele hilfreiche Tipps zusammengestellt, die Ihnen im Alltag helfen können. Die Listen, die wir für Sie als Download bereithalten, sind nur als Vorschlag zu verstehen und können natürlich auf die individuellen Bedürfnisse von Ihnen und Ihrem Kind angepasst werden.

Für jede Situation bestens gerüstet

Mit einer gut gepackten Wickeltasche sind Sie für jede Situation bestens gerüstet. In der Praxis hat es sich bewährt, eine kleine und eine große Wickeltasche zu haben. Die kleine Wickeltasche ist ideal für kurze Ausflüge z.B. wenn Sie das Kind nur kurz zum Einkaufen mitnehmen möchten.

Wichtig ist es, dass man gerade bei Kindern, die noch gewickelt werden, immer eine Wickeltasche dabei hat, egal wie kurz man das Haus mit dem Kind verlässt. Jeder entspannte Ausflug kann zu einem stressigen Spießrutenlauf werden, wenn das Kind Hunger oder Durst bekommt oder von einer nassen Windel gequält wird. Der Weg zurück nach Hause kann Ihnen in einer solchen Situation ewig lang vorkommen. Schön ist anders.

Bei längeren Ausflügen stellt sicherlich keiner mehr infrage, dass sich die Mitnahme einer Wickeltasche lohnt. Die große Wickeltasche bietet dabei genügend Stauraum für alle notwendigen Utensilien.  

Tipp: Um unnötiges Umpacken zu vermeiden, sollte die kleine Wickeltasche in der großen Wickeltasche verstaut werden können. So können Sie sicher sein, dass Sie nichts vergessen haben, weil es sich gerade in der anderen Tasche befindet. Um auch bei spontanen Unternehmungen nicht in letzter Minute noch alles zusammensuchen zu müssen, ist es sinnvoll, die Wickeltasche jederzeit fertig gepackt bereitstehen zu haben. Idealerweise wird die Tasche direkt nach der Rückkehr von einem Ausflug für den nächsten Ausflug wieder aufgefüllt. Unsere Packlisten, die Sie sich herunterladen und ausdrucken können, helfen Ihnen dabei, nichts zu vergessen.

Allgemeine Tipps:

  • Einige Dinge, wie Feuchttücher und Wundsalbe, sollten Sie immer in zweifacher Ausführung haben: Eine Ausführung bleibt dauerhaft zuhause und eine Ausführung kommt in die Wickeltasche. Das hat den Vorteil, dass Sie nichts vergessen, wenn Sie unterwegs sind und zuhause kann es Ihnen nicht passieren, dass Sie am Wickeltisch stehen - und die Feuchttücher befinden sich noch in der Wickeltasche, die im Auto liegt.
  • Sie sollten Ihre Wickeltasche regelmäßig einer Generalinspektion unterziehen: Passt die Windelgröße noch? Passt die Wechselwäsche noch und ist der Jahreszeit angemessen? Sind noch genug Feuchttücher da?
  • Auch wenn eine Wickelunterlage vor Ort vorhanden ist, empfiehlt es sich aus hygienischen Gründen immer, Ihre eigene Wickelunterlage zu verwenden.
  • Wenn es irgendwie möglich ist: Wickeln Sie an einem Ort, an dem sich keiner gestört fühlt und an dem Sie und Ihr Kind die nötige Ruhe haben.
  • Plätze zum Wickeln finden Sie in größeren Kaufhäusern und Möbelhäusern, in Spielwarenläden, in vielen Cafés - und notfalls können Sie auch Ihren Kinderwagen zu einer mobilen Wickelstation umfunktionieren.


Folgende Dinge sollten Sie, z. B. in der Handtasche oder im Kinderwagen, immer mit dabeihaben:

  • Ersatzschnuller
  • kleines Spielzeug
  • Taschentücher und Feuchttücher für klebrige Hände
  • Pflaster und Mittel gegen Insektenstiche, extra sanft für kleine Kinder
  • Snacks (welche Snacks für Ihr Kind geeignet sind, sehen Sie im Abschnitt zu den einzelnen Indikationen)
  • kleines Getränk (welche Getränke für Ihr Kind geeignet sind, sehen Sie im Abschnitt zu den einzelnen Indikationen)
  • kleine Flasche stilles Wasser zum Trinken und Waschen


Inhalt der kleinen Wickeltasche:

  • 2 Windeln
  • Plastiktüten zum Entsorgen
  • eine Wickelunterlage, z. B. Moltan-Windeln aus Baumwolle
  • Feuchttücher, Öltücher oder Waschlappen in einer Plastikbox
  • Ersatzhose oder Body


Inhalt der großen Wickeltasche:

  • Inhalt der kleinen Wickeltasche +
  • Desinfektionstücher
  • Wundschutzcreme oder Puder
  • komplette Wechselwäsche
  • Lätzchen, Löffel und 1 Glas Babynahrung (welche Nahrung für Ihr Kind geeignet ist, sehen Sie im Abschnitt zu den einzelnen Indikationen)
  • Trinkbecher
  • Spucktuch
  • herausnehmbare Steckdosensicherungen, z. B. für den Besuch bei Freunden
  • kleine Decke als Unterlage zum Krabbeln
  • zusätzliches Spielzeug

Stressfrei durch Stau und Co.

Wenn Sie mit Ihrem Kind im Auto unterwegs sind, ist es sinnvoll, im Auto eine “Notfall-Box” zu haben. Dies ist insbesondere dann von großem Wert, wenn eine eigentlich kurze Fahrt aufgrund eines Staus oder gar einer Sperrung unerwartet länger dauert. Auch die Notfall-Box sollte in regelmäßigen Abständen “aktualisiert” und aufgefüllt werden.

Achtung: Wenn Sie Lebensmittel im Auto aufbewahren, müssen Sie auch immer die Außentemperaturen und die Hinweise zur Lagerung auf den Produkten beachten.

  • Windeln, Wickelunterlage, Feuchttücher oder Waschlappen in Kunststoffbox
  • kleine Flasche stilles Wasser zum Trinken und Waschen
  • kleines Getränk (z. B. eine kleine Flasche Wasser) + evtl. eine Babyflasche, Becher oder Strohhalm (je nach Alter des Kindes)
  • Lätzchen, Essgeschirr und Brei (welcher Brei für Ihr Kind geeignet ist, lesen Sie im Abschnitt zu den einzelnen Indikationen)
  • Erfrischungstücher
  • Snacks (welche Snacks für Ihr Kind geeignet sind, sehen Sie im Abschnitt zu den einzelnen Indikationen)
  • Spielzeug/Malstifte oder eine neue Kassette (je nach Alter)
  • Ersatzschnuller
  • Ersatzkleidung je nach Witterung, auch Schuhe und Mütze
  • Reiseapotheke: Mittel für Kinder zur Behandlung von Schmerzen, Insektenstichen, Schürfwunden
  • Decke zum Wärmen und Krabbeln
  • Spielzeug

Lesen Sie in den nächsten Abschnitten, welche Besonderheiten bei der Indikation Ihres Kindes zu berücksichtigen sind.

Hinweise zur Diät unterwegs

Zusätzlich zu den oben genannten Dingen sollten Sie immer ausreichend Spezialflaschennahrung, Wasser zum Anrühren der Spezialflaschennahrung und ein sauberes Fläschchen dabei haben.

Tipp: Sie können die Spezialflaschennahrung zuhause in Ruhe abmessen/abwiegen und die voraussichtlich benötigte Anzahl an Portionen in einen Milchpulverportionierer einfüllen und mitnehmen. So brauchen Sie nicht die ganze Dose mitzunehmen und unterwegs mit Waage und Messlöffel zu jonglieren.

Sofern für die Indikation Ihres Säuglings ein Notfallausweis sinnvoll ist, sollten Sie auch diesen immer bei sich tragen. Falls Sie unsicher sind, ob ein solcher Notfallausweis bei Ihrem Kind notwendig ist, fragen Sie in Ihrem betreuenden Stoffwechselzentrum nach.

Geeignete Getränke: Wasser, ungesüßter Tee

Geeignete Snacks sind zum Beispiel eiweißarme Kekse wie Loprofin Zitronen-Butter-Taler, Loprofin Hildakekse, Loprofin Schokoecken, Loprofin Vanille-Waffeln sowie die herzhaften Snacks Loprofin Kräcker und Loprofin Kräuter-Kräcker, Obst und Gemüse Sticks, welche Sie zuhause gut vorbereiten und mitnehmen können. Bei den Snacks sollten Sie immer die jeweiligen Aminosäurengehalte berücksichtigen.

Als eiweißarmer Brei eignen sich Milupa lp-fruity Apfel-Banane und Milupa lp fruity Birne.

Tipp: Alle Loprofin und Milupa lp-Produkte können Sie ganz einfach im Internet unter www.loprofin.de bestellen.

Zudem finden Sie hier eine Checkliste für den Ausflug mit einem Säugling/Kleinkind mit einer Aminosäurestoffwechselstörung zum Herunterladen und Ausdrucken:

Checkliste Download

Hinweise zur Diät unterwegs

Bei Störungen des Abbaus mittelkettiger Fettsäuren (MCAD-Mangel) oder langkettiger Fettsäuren (LCHAD- und VLCAD-Mangel) ist es besonders wichtig, dass Ihr Kind regelmäßig Energie zu sich nimmt. Ihr betreuender Arzt wird Ihnen die maximale Zeitspanne, die zwischen zwei Mahlzeiten liegen darf, mitteilen.

Auch einen Notfallausweis mit allen wichtigen Informationen zur Indikation (Notfalltherapie, behandelnder Arzt/bzw. Stoffwechselzentrum, etc.) sollten Sie immer bei sich tragen, sodass Ihr Kind im Falle eines Notfalls richtig behandelt wird.

LCHAD- und VLCAD-Mangel

Zusätzlich zu den oben genannten Dingen empfiehlt es sich, je nach Dauer des Ausflugs, eine fettreduzierte/fettmodifizierte Spezialflaschennahrung, wie z.B. Milupa basic-f oder Monogen, Wasser zum Anrühren der Spezialflaschennahrung und ein sauberes Fläschchen dabei zu haben.

Tipp: Sie können die Spezialflaschennahrung zuhause in Ruhe abmessen/abwiegen und die voraussichtlich benötigte Anzahl an Portionen in einen Milchpulverportionierer einfüllen und mitnehmen. So brauchen Sie nicht die ganze Dose mitzunehmen und unterwegs mit Waage und Messlöffel zu jonglieren.

Geeignete Snacks sind fettarme Kekse (wie z.B. Russisch Brot), Obst (alle Sorten, außer Avocado), Gemüse und fettarmer Joghurt (<0,3 Fett).

Geeignete Getränke: Wasser, ungesüßter Tee, Fruchtsäfte (für ein wenig Energie zwischendurch)

Hier finden Sie Checklisten für den Ausflug mit einem Säugling/Kleinkind mit MCAD- oder LCHAD-/VLCAD-/TFP-Mangel zum Herunterladen und Ausdrucken:

Checkliste MCAD-Mangel Download

Checkliste LCHAD-/VLCAD-Mangel Download

Hinweise zur Diät unterwegs

Hier finden Sie eine Checkliste für den Ausflug mit einem Säugling/Kleinkind mit Mukoviszidose zum Herunterladen und Ausdrucken.  

Checkliste Mukoviszidose Download

Hinweise zur Diät unterwegs

Falls Ihr Kind eine kohlenhydratarme bzw. kohlenhydratmodifizierte Spezialflaschennahrung zu sich nehmen soll, sollten Sie zusätzlich zu den oben genannten Dingen immer ausreichend kohlenhydratarme bzw. -modifizierte Spezialflaschennahrung, Wasser zum Anrühren der Nahrung und ein sauberes Fläschchen dabei haben.

Tipp: Sie können die Spezialnahrung zuhause in Ruhe abmessen/abwiegen, die voraussichtlich benötigte Anzahl an Portionen in einen Milchpulverportionierer einfüllen und mitnehmen. Die für Ihr Kind geeigneten Kohlenhydrate können Sie, falls notwendig, direkt in das Pulver mischen. So brauchen Sie nicht die ganze Dose mitzunehmen und unterwegs mit Waage und Messlöffel zu jonglieren.

Als Snacks für Galactosämie eignen sich Nüsse sowie Gemüse- und/oder Obststicks, die Sie gut zuhause vorbereiten und gut verpackt mitnehmen können.

Geeignete Getränke: Wasser, ungesüßter Tee.

Als Snacks für Glucose-Galactose-Malabsorption eignen sich beispielsweise Gurkensticks sowie ausgereifte Käsesorten (wie z.B. Emmentaler)

Hier finden Sie Checklisten für den Ausflug mit einem Säugling/Kleinkind mit Galactosämie oder Glucose-Galctose-Malabsorption zum Herunterladen und Ausdrucken.

Checkliste Galactosämie Download

Checkliste Glucose-Galctose-Malabsorption Download

NACH OBEN