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Klassenfahrten, Trainingslager, Segelschiff

- Erfahrungsbericht zu PKU -

Dürfen wir vorstellen: Das ist Merle Christophersen, 23 Jahre jung und studiert gerade im 2. Master-Semester mit dem Schwerpunkt "Management der Lebensmittelverarbeitung" an der Hochschule in Mönchengladbach. Sie ist eine sehr engagierte junge Frau, interessiert sich sehr für die Musik, hauptsächlich im Akkordeonorchester, und die Leichtathletik und fährt auch seit Jahren mit zur Schulungsfreizeit nach Güby. Vor allem aber reist Merle sehr gerne und lässt sich auch den Spaß dabei durch ihre PKU nicht nehmen. Auch Sie hat von unserem 25-jährigen Jubiläum gehört und sich entschlossen, einen Bericht über ihre Klassenfahrten, Trainingslager und auch Urlaube zu schreiben. Damit will sie v.a. Jugendlichen Mut machen, entspannt auf Reisen zu gehen.

Meine Familie und ich kennen die Firma Nutricia seit meiner Geburt, also inzwischen seit mehr als 23 Jahren. Wir sind von Anfang an mit Produkten der Firma unterstützt worden und durch das ständig erweiterte Angebot auch stets zufrieden. Seit meiner Jugendzeit nutze ich das regelmäßige Angebot des PKU Infos (heute Info Magazin) und lese dort besonders gerne die Alltagstipps und die neuen Rezepte. Allerdings verwende ich meist normale Rezepte, die ich soweit wie nötig eiweißarm abwandle. Das klappt meistens ganz gut und ich kann die Gerichte genau so eiweißarm gestalten, wie es für mich am jeweiligen Tag passend ist. Besonders spannend finde ich in dem Info Magazin nach wie vor die Erfahrungsberichte anderer Patienten jeden Alters über Unternehmungen trotz PKU, Hindernisse im Alltag oder in bestimmten Situationen, oder unternommene Reisen.

 

Lesen Sie in den nächsten Abschnitten den Erfahrungsbericht von Merle Christophersen.

Da auch ich in meiner Freizeit viel und gerne unterwegs bin, möchte ich mir das durch PKU keinesfalls vermiesen lassen. Somit ist „Reisen mit PKU“ das Thema, aus dem ich Euch hier einige Erfahrungen schildern möchte. Dies betraf in den letzten Jahren vor allem Fahrten ins Trainingslager mit dem Sportverein, Touren mit dem Orchester durch ganz Deutschland oder schlicht eine Klassenfahrt.

Was die PKU betrifft, war die Studienfahrt in meinem Abschlussjahr wohl die beste und einfachste Klassenfahrt. Aufgrund der Tour auf einem Segelschiff haben wir uns während der gesamten Zeit selbst versorgt, für PKUler natürlich ideal. Eines unserer Küchenteams hat sogar für alle ein eiweißarmes Rezept gekocht – und keiner hat`s gemerkt.

Auf allen übrigen Touren muss ich im Vorfeld jedes Mal entweder mit der Küche oder den eigenen Kochteams den Essensplan besprechen und abklären, was es vor Ort gibt und welche eiweißarmen Lebensmittel ich ergänzend einpacken muss. Und dass es nicht überall so einfach ist wie auf meiner Abschlussfahrt, erklärt sich fast von selbst. Oft gestaltet sich die Situation vor Ort doch anders als es zuvor am Telefon besprochen wurde (z.B. durfte der Kühlschrank im Hochsommer plötzlich doch nicht mit meinem Brot belegt werden oder eine E-Mail ist angeblich nie angekommen).

Um bei den typischen Missverständnissen/Fehlern besser gewappnet zu sein, habe ich für mich selbst eine kleine Checkliste entwickelt, damit ich zumindest in Teilbereichen sicher sein kann, dass das auch klappt. Zum einen suche ich immer selbst den Kontakt mit der Küche und bei einer E-Mail gehe ich z.B. durch einen Anruf sicher, dass diese auch von den richtigen Leuten gelesen wurde. In diesem Zuge kann ich auch gleich nachfragen, ob die Küche noch Fragen hat (gerade in Jugendherbergen sehr sinnvoll). Zum anderen nehme ich leicht verderbliche Produkte wie Brot immer in haltbarer Form mit (z.B. in Vakuumverpackung, wie die Haltbaren Krüstchen von Nutricia). Dann habe ich kein Problem damit, wenn ich deren Kühlschrank nicht nutzen kann.

Aber ich bin nicht nur mit Gruppen oder Freunden unterwegs – auch mit meiner Familie reise ich sehr gerne. Bis vor einem Jahr sind wir auf unseren Reisen immer in Selbstversorgerunterkünften oder auf Campingplätzen gewesen. Hier war die PKU kein Problem, da wir die Lebensmittel, von denen wir dachten, dass wir sie bräuchten, im Auto einfach mitgenommen haben. Vor Ort haben wir meist selber gekocht bzw. waren in Restaurants, in denen es auch für mich eine Auswahl gab.

Checkliste:

  • selbst den Kontakt zur Küche aufnehmen (i.d.R. per E-Mail)
  • Checkanruf, ob alles ok ist und um Fragen zu klären
  • Essensliste: Brot (haltbar!), Nudeln, Pizzaboden, Mehl, Kekse usw. (je nach Bedarf und Aufenthaltsdauer)

Letztes Jahr im Winter sind wir im Skiurlaub in Italien gewesen. Das erste Mal in einem Hotel (Hotel Diamant, St. Kassian). Bei der Buchung waren wir noch sehr skeptisch, ob das wohl alles klappen würde. Ungefähr vier Wochen vor der Anreise haben wir mit dem Inhaber telefoniert (der zum Glück perfekt Deutsch konnte) und ihm von der PKU erzählt. Er empfand das nicht als Problem und sagte, wenn ich denen noch per Mail schreiben würde, was genau alles nicht geht und meine Lebensmittel mitbringe, wird das alles funktionieren.

Vor Ort konnten wir uns dann selbst davon überzeugen, dass er nicht zu viel versprochen hat. Ich musste mich dort um nichts kümmern. Am ersten Tag hab ich die Lebensmittel in der Küche abgegeben (Brot, div. Nudelsorten, Pizzaboden, Mehl, Kekse). Auf diese wurde sehr flexibel reagiert. Jeden Tag bekam ich meine eigene Speisekarte. Es war alles eiweißarm bzw. eiweißreduziert unter Verwendung meiner Lebensmittel. Die Bilder zeigen eine Speisekarte als Beispiel mit den dazugehörigen Fotos von den Gerichten. Das Auge aß immer mit – meine Gerichte sahen mindestens genauso gut aus wie die der Anderen.

Weil es uns in diesem Hotel (und Skigebiet) so gut gefallen hat, sind wir dieses Jahr wieder dort gewesen. – Mit gleich gutem Service!!! Das Hotel hat sogar seine „normale“ Speisekarte dahingehend verändert, dass jetzt immer vegetarische Alternativen auswählbar sind.

Dies ist also ein Hotel, was ich Euch wärmstens ans Herz legen kann, solltet Ihr in der Region mal Urlaub machen. Und generell ist meine Ansicht vom Reisen: freut Euch, wenn es mit der Unterkunft und dem Essen klappt. Und wenn es nicht funktioniert dennoch entspannt bleiben, man ist dort ja meist nur eine kurze Zeit und kann es dann zu Hause wieder ausgleichen. Es ist kein Weltuntergang, wenn es mal für ein paar Tage anders als geplant läuft. Und sollten gerade in der Jugendzeit mal Probleme mit der Diät auftreten, hat es mir immer am meisten geholfen, Erfahrungen mit anderen Patienten auszutauschen und zu hören, wie die damit umgehen bzw. damit umgegangen sind.

Kontaktdaten vom Hotel: Hotel Diamant (Inh. Fam. Rudiferia), Str. Micurà de Rü 29, I-39030 St. Kassian (BZ) - Alta Badia - www.hoteldiamant.com)